Das „Islandmitbringsel“

Einstieg in die Stangenarbeit – 10 simple Cavalettiübungen für jeden!
9. Oktober 2018
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Während meines zwei monatigen Islandaufenthaltes habe ich immer wieder Verkaufspferde angesehen, da ich der Idee gegenüber offen war, wieder ein zweites Pferd zu haben, nachdem Nori uns Ende März verlässt. Er wurde von seiner Eigentümerin verkauft.

Insgesamt habe ich in ganz Island im Laufe der Zeit um die 50 Pferde in namenhaften Ställen ausprobiert, in der Arbeit weitere sehr gut ausgebildete Pferde geritten und auf allen wahnsinnig viel gelernt. Ich konnte mir also immer mehr ein Bild davon machen, wie mein zukünftiges Pferd aussehen sollte.

Nach ca. 5 Wochen fand ich das 1. Pferd, dass ich wirklich ganz toll fand. Ein Rapphengst, wunderschön und genau das was ich suchte, obwohl ich nie unbedingt einen Hengst wollte. Er hat mir dahingehend ein bisschen die Augen geöffnet, dass ein Hengst doch eine Option sein könnte. Dieses Pferd wurde einen Tag nachdem ich zum Probereiten dort war, an andere Interessenten verkauft. Etwas enttäuscht habe ich weiter gesucht und circa zwei Wochen vor Ende meiner Zeit in Island -und einige ereignislose Probereittermine später- habe ich einen Wallach gefunden, der mir gezeigt hat, welchen Ausbildungsstand beziehungsweise eher welchen Spirit mein zukünftiges Pferd haben soll. Er war ebenfalls einfach außergewöhnlich und das bemerkten die Besitzer auch und beschlossen das Pferd doch lieber nicht zu verkaufen. Nun waren also nur noch einige Tage übrig und ich versuchte mich mehr auf die Arbeit zu konzentrieren. 

Das klappte dann aber unerwarteterweise nicht ganz: 3 Tage vor meinem Flug nach Deutschland habe ich einen wunderschönen braunen Hengst ausprobiert und mich sofort verliebt.

Die ganze Zeit in Island stand Erpur direkt vor meiner Nase und ich habe ihn nie in Betracht gezogen, trotz vieler Anspielungen des Besitzers, dass doch mein zukünftiges Pferd „direkt da in der Box“ steht.  Dieses Pferd stand die ganze Zeit über in dem Stall, in dem ich gearbeitet habe. Da ich allerdings im Kopf hatte eine Stute oder einen Wallach zu kaufen, habe ich dem Gedanken nie eine richtige Chance gegeben. Sein einzigartiger Charakter und Temperament haben mich sofort beim Reiten angesprochen und in seinen Bann gezogen.

So flog ich also zurück nach Deutschland ohne Pferd und ohne wirkliche Hoffnung, dass ich diesen hübschen Kerl je wiedersehen werde. „Es sollte eben nicht sein.“ Die ein oder andere Träne habe ich im Flugzeug theatralischerweise auch vergossen.

Doch das Leben kommt immer anders als man denkt!

 

 

Nach einigen Verhandlungen und erfolgreicher AKU ist er nun da: Erpur fra Brimnesi. Sein Vater ist Örn fra Brimnesi,  ein Nachkomme von Spuni fra Vesturkoti, eines der höchstbeurteilten Islandpferde der Welt (Exterieur: 8,43; RE: 9,25 ; Gesamt: 8,92). Erpur selbst ist -wie auch sein Vater- Elite geprüft  und jetzt sechs Jahre alt.

Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft bringt und freue mich sehr die Möglichkeit zu haben, auf und mit so einem talentierten Pferd zu lernen.

Gasella bleibt natürlich bei mir und sie wird auch nicht verkauft, solange ich die Wahl habe. Ich liebe mein Scheckentier und möchte sie niemals missen.

Erpur ist ist keineswegs ein „Ersatz“ von Gasella sondern ein „willkommener Zuwachs meiner Ponyfamilie“, die ich durch glückliche Zufälle und großzügige Unterstützung meiner Eltern ermöglichen kann. Im Moment stehen die beiden noch an verschiedenen Ställen, da es organisatorisch nicht anders möglich ist. Das wird sich aber ändern, da ich gezwungen bin für mein Studium umzuziehen und ich die Gelegenheit natürlich nutze, um beide dann an den gleichen Stall zu stellen. Mit beiden Pferden arbeite ich gleich viel und lege gleiche Sorgfalt an den Tag beim Training, der Haltung und ihrer Pflege. Manchmal wird das einem ja gerne nachgesagt, wenn ein neues Pferd dazukommt, eines von beiden zu vernachlässigen. Gasella bleibt in ihrem großen Offenstall, wo es ihr wunderbar geht und Erpur kommt an einen reinen Islandpferdestall in der Nähe meines Wohnorts, in dem noch eine Box frei für ihn ist. So nahe zu meinem Zuhause kann ich ihn dort auch optimal versorgen und eingewöhnen.

Wenn ihr immer up to date sein wollt, wie es meinen Pferden und mir ergeht, dann folgt uns am besten auf unserem gleichnamigen Instagramprofil @wirliebenislandpferde !

Ich möchte zum Schluss ein riesengroßes „Danke!“ an alle Beteiligten aussprechen. Ihr seid einfach die Besten!

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