I AM FAILING my way to success – Umgehen mit Stillstand und Rückschritten

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Ich bin eine Person, die keine halben Sachen macht.

Gerade wenn ich in etwas mein Herzblut stecke und viel Zeit, Geduld und Gedanken darauf verwende, fällt es mir manchmal besonders schwer bei Problemen Abstand zu nehmen und das große große Ganze zu sehen. Zu gerne verkopfe ich mich und mache mir Vorwürfe oder Druck.

Jeder, der schon etwas länger mit Pferden zu tun hat weiß, dass es nie lange ausschließlich bergauf geht. Immer wieder geht man einen Schritt vor und eventuell danach drei zurück. Man kommt nie an ein finales Endziel in der Pferdeausbildung und lernt niemals aus. Das ist ja gerade das reizvolle aber auch komplexe an der Reiterei!

„Failure is success in progress“ -Albert Einstein

Die wichtige Frage im Umgang mit einem Pferd bei einem Stillstand im Training oder gar einem Rückschritt ist dann: Ist das, womit ich gerade ein Problem habe, ein Symptom oder wirklich schon die Ursache? Gibt es tieferliegende Probleme oder etwas, was ich noch gar nicht bedacht und ausprobiert habe? Wie war der Ablauf des Vorgangs, bevor das vermeintliche Problem- das vermutlich nur das Ende der Symptomkette, die hin zur Ursache führt ist-  begonnen hat? Habe ich etwas anders gemacht?  Wodurch könnte das Problem zu Stande gekommen sein?

Sollte ich einen Stillstand oder Rückschritt überhaupt als etwas negatives betrachten?

Sind es nicht gerade die Fehler, die wir machen, die uns ein kleines Stückchen weiter in die richtige Richtung bringen. Sind es nicht die Momente, in denen wir ratlos oder sogar verzweifelt nach einer Lösung suchen, die uns die Augen öffnen und neue Ideen und Sichtweisen offenbaren?

 

Wenn wir glauben Ungehorsam oder „böses Verhalten“ bei unserem Pferd zu sehen, bringt uns das dazu, es bestrafen zu wollen. Wenn wir unser Pferd jedoch als Partner sehen, der gerade Schwierigkeiten hat, Anweisungen nach unseren Wünschen auszuführen oder die Anforderungen gar nicht erst versteht, gehen wir davon aus ihm helfen und es ihm einfacher machen zu wollen, uns zu verstehen.

„A real sign of progress is when we no longer punish ourselves for our imperfections.“ -Yung Pueblo

 

Alleine das Bewusstsein, dass man nicht perfekt ist und das nie sein wird ist goldwert… Man darf nur nie aufhören genau hinzuhören und hinzufühlen, dann lernt man nie aus und kommt vielleicht nahe dran ans „perfekt“.

1 Comment

  1. Liv sagt:

    Toller Beitrag, ich stecke auch immer wieder in ähnlichen Situationen mit meinem Isländer. Wir haben ihn mit 11 gekauft und er konnte alles außer Dressur… eine harte Nuss, aber solangsam wird er richtig toll!
    Wenn man nicht weiter kommt muss man seine Strategie ändern, denke ich

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