Ist ein Trainingsplan sinnvoll? – Warum wir immer nach Plan reiten.

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„Na, was steht bei euch heute auf dem Plan?“ sticheln mich meine Stallkollegen mit einem Grinsen auf dem Gesicht ab und zu, wenn ich ganz zielstrebig am Stall Stangen durch die Halle schleppe oder besondere Ausrüstungsgegenstände aus dem Kofferraum herauszaubere, denn ich habe immer einen Trainingsplan parat.

DSC09836So komisch und eingeschränkt es vielleicht am Anfang klingen mag, ist es für mich mittlerweile total normal  und es hilft mir, meine Termine im und außerhalb des Stalls zu koordinieren und meinen Pferden gerecht zu werden, ohne dass eines von ihnen zu kurz kommt.

Entscheidende Vorteile:

Da ich quasi jeden Tag am Stall bin und zwei bis drei Pferde reite, komme ich schnell durcheinander, wann ich was mit wem gemacht habe. So kann ich mich immer erinnern und die nächste Einheit auf die letzte abstimmen.

  • Was hat mir letztes Mal nicht gefallen?DSC_0574
  • Was war besonders gut?
  • Wie kann ich etwas optimieren?
  • Wie kann ich es mir oder meinem Pferd leichter machen?
  • Was wäre jetzt eine gute Abwechslung?

 

Ein genauer Überblick: Wie oft gehe ich denn tatsächlich ins Gelände oder Dressurreiten?  Oft nimmt man sich ja vor, drei Mal die Woche ins Gelände zu gehen, um beispielsweise mehr Muskulatur und Ausdauer aufzubauen. So kann man sich selbst überprüfen und sich die Zeit für spezielle Dinge  einräumen.  Abwechslung ist also garantiert.

Viele Termine außerhalb des Stalls schränken einen oft in seinen Trainingsmöglichkeiten ein, da nicht immer ausreichend Zeit für alles da ist. Sonntagabend setze ich mich für 10 Minuten in Ruhe hin und plane meine Woche: An welchen Tagen muss ich arbeiten, kann nicht zu den Pferden oder habe nur kurz Zeit? Wann kommt der Sattler/Schmied/Tierarzt? Habe ich die Möglichkeit, davor/danach zu reiten? So kommt es nicht zu spontanem Zeitdruck und je mehr Ruhe man am Stall hat, desto besser läufts, wie wir alle bereits wissen.

DSC_0781Über- und Unterforderung wird vermieden. Das Pferd braucht nicht nur für seine Muskeln Regenerationsphasen, sondern auch mal für den Kopf ein bisschen Pause, um ausgeglichen und aufnahmefähig zu sein. Wir laufen ja auch nicht jeden Tag einen ganzen Marathon. Eine moderate und abgestimmte Belastung führt zum Ziel. Pausentage kann man so von Vornherein auf Tage legen, die man außerhalb des Stalls verplant hat oder an denen man nicht so viel Zeit hat.

Man hat immer die richtige Ausrüstung dabei: Da man vorher wusste, dass man mit dem Pferd an die Doppellonge möchte, hat man das gute, selten benutzte Stück gleich am Vortag aus dem Keller mit an den Stall genommen! 😀

Wichtig ist, flexibel zu bleiben. Das Leben geht ja oft nicht ganz nach Plan und man sollte sich Möglichkeiten einräumen, den Plan spontan zu ändern und anzupassen. Man kann ja auch nicht die Tagesform des Pferdes voraussehen und z.B. das Wetter eher weniger beeinflussen.

Ein Trainingsplan ist nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht für das Pferd in Sachen Muskelaufbau sinnvoll, sondern gibt dem Reiter auch Ruhe, mehr Zeit, Struktur und Sicherheit. Er ist kein Erfolgsgarant, aber vielleicht für den ein oder anderen einen Versuch wert.IMG-20180801-WA0012

Meine Pferde gehen zum Beispiel zwei Mal die Woche ins Gelände, einmal davon schön lange oder es geht alternativ ans Hangbahntraining, einen Pausentag haben sie sicher und auch mindestens einmal die Woche geht es an die Bodenarbeit. Die restlichen Tage werden verplant mit allem anderen, auf dem wir gerade unseren Fokus haben: Dressur, Gangtraining, Handpferdereiten,… mit entsprechenden Schwerpunkten, die uns dann insgesamt helfen, unser momentanes Ziel zu erreichen.


TIPP: Entweder ich schreibe mir meinen Plan analog auf und fotografiere ihn mit dem Handy, so habe ich ihn immer abrufbar oder ich mache mir eine Memo in mein Handy! Auch Trainingstagebücher wie die von Pferdeliebeshop können hilfreich sein: https://www.pferdeliebe.de/Trainingstagebuch (Werbung wegen Markennennung)

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